Prähabilitation: Was bringt Training vor der Knie-TEP?

Gezielte Prähabilitation vor der Knie-TEP stärkt Kraft und Beweglichkeit und schafft bessere Voraussetzungen für die Reha nach der Operation.

Arzt untersucht das Knie eines Patienten im Rahmen der Vorbereitung auf eine geplante Knie-TEP.

Wer vor einer Knie-TEP steht, denkt häufig zuerst an die Rehabilitation nach dem Eingriff. Dabei kann bereits die Zeit davor einen wichtigen Unterschied machen. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und weniger Aktivität führen bei Kniearthrose oft dazu, dass Kraft und Gehfähigkeit schon vor der Operation abnehmen. Eine gezielte Vorbereitung auf die Knie-OP kann helfen, mit besseren körperlichen Voraussetzungen in den Eingriff zu gehen und die ersten Schritte danach zu erleichtern.

Was ist Prähabilitation?

Prähabilitation, oft kurz «Prehab» genannt, bezeichnet die gezielte Vorbereitung vor einer geplanten Operation. Sie ist damit das Gegenstück zur Rehabilitation, die nach dem Eingriff beginnt.

Bei einer Knie-TEP geht es dabei nicht nur um den Muskelaufbau. Zur präoperativen Vorbereitung können Kraft- und Beweglichkeitstraining, das Üben alltagsrelevanter Bewegungen, Informationen zum Verhalten nach der Operation sowie der Umgang mit Schmerzen und Gehhilfen gehören. Je nach Situation spielen auch Ernährung und mentale Vorbereitung eine Rolle.

Warum sich Training vor der Knie-TEP lohnt

Bei fortgeschrittener Gonarthrose bewegen sich Betroffene wegen der Schmerzen häufig weniger. Dadurch kann vor allem die Oberschenkelmuskulatur an Kraft verlieren. Besonders der Quadrizeps ist für das Aufstehen, Gehen und Treppensteigen wichtig.

Wer mit einer besseren Muskelfunktion und möglichst guter Beweglichkeit in die Operation geht, hat günstigere Voraussetzungen für die anschliessende Reha. Prähabilitation kann dazu beitragen, nach dem Eingriff früher wieder mobil zu werden, alltägliche Bewegungen leichter zu bewältigen und vorübergehend weniger Unterstützung zu benötigen. Wie gross der Effekt im Einzelfall ist, hängt unter anderem vom Ausgangsbefund, vom allgemeinen Gesundheitszustand und vom Verlauf der Operation ab.

Eine präoperative Physiotherapie verbindet das Training mit einer gezielten Vorbereitung auf die Anforderungen unmittelbar nach dem Eingriff.

Was bei einer Knie-TEP passiert

Eine häufige Ursache für eine Knie-TEP ist eine weit fortgeschrittene Kniearthrose. Dabei ist der Gelenkknorpel stark geschädigt, was zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer verminderten Belastbarkeit führen kann.

Bei der Operation werden die geschädigten Gelenkflächen durch eine Knieprothese ersetzt. Eine solche Knietotalendoprothese ist ein grösserer Eingriff. Danach müssen Beweglichkeit, Kraft, sicheres Gehen und Belastbarkeit schrittweise wieder aufgebaut werden. Genau deshalb lohnt es sich, diese Funktionen bereits vor der Operation so gut wie möglich zu erhalten oder zu verbessern.

Die Bausteine der Prähabilitation: Mehr als nur Muskeltraining

Krafttraining ist ein großer Bestandteil der Prähabilitation, aber nicht der einzige. Wichtig ist, welche Einschränkungen vor der Operation tatsächlich bestehen.

Zur Vorbereitung können Übungen für die Bein- und Oberschenkelmuskulatur, Beweglichkeitstraining und Gangschulung gehören. Patientenedukation hilft dabei, den Ablauf nach der Operation besser zu beurteilen und sich auf typische Alltagssituationen vorzubereiten. Auch der sichere Umgang mit Unterarmgehstützen kann schon vor dem Spitaleintritt geübt werden.

Ältere Frau führt auf einer Trainingsmatte eine Beweglichkeitsübung für Bein und Knie durch.

Ergänzend können ein sinnvolles Schmerzmanagement, eine ausreichende Ernährung und die mentale Vorbereitung auf Operation und Reha berücksichtigt werden. Ziel ist, eine möglichst belastbare Ausgangslage für die erste Zeit nach der Knie-TEP zu schaffen.

Woran das Training ansetzt und wann Sie beginnen sollten

Idealerweise beginnt die Prähabilitation etwa vier bis sechs Wochen vor der geplanten Operation. Auch wenn weniger Zeit bleibt, kann eine kürzere Vorbereitung sinnvoll sein.

Im Training stehen meist die Kraft des Quadrizeps und der übrigen Beinmuskulatur, die Beweglichkeit des Kniegelenks sowie ein möglichst sicheres Gangbild im Vordergrund. Je nach Befund können Übungen für Hüfte und Rumpf hinzukommen, weil diese Bereiche das Gehen und Aufstehen beeinflussen.

Welche Übungen geeignet sind und wie stark Sie das Knie belasten sollten, lässt sich nicht pauschal festlegen. Schmerzen, Beweglichkeit, Muskelkraft und Begleiterkrankungen unterscheiden sich von Person zu Person. In der angeleiteten Physiotherapie kann die Belastung deshalb passend dosiert und bei Bedarf angepasst werden. Auch Elemente aus der Sportphysiotherapie können genutzt werden, wenn ein gezielter Kraft- und Belastungsaufbau sinnvoll ist.

Prähabilitation mit Physiotherapie: Ihre Vorbereitung bei PhysioWelt in Zürich

Bei PhysioWelt beginnt die Vorbereitung mit einer physiotherapeutischen Befundung. Dabei werden unter anderem Beweglichkeit, Kraft, Gangbild und funktionelle Einschränkungen erfasst. Auf dieser Grundlage wird festgelegt, welche Trainingsschwerpunkte vor der Knie-TEP sinnvoll sind.

Die physiotherapeutische Begleitung kann zudem den Übergang in die postoperative Rehabilitation erleichtern. Übungen, Gehhilfen und Bewegungsabläufe sind dann nicht völlig neu, und die Therapie nach der Operation kann an den bereits bekannten Ausgangspunkt anknüpfen.

Fazit: Mit gezielter Vorbereitung besser durch die Knie-TEP

Prähabilitation kann die körperliche Ausgangslage vor einer Knie-TEP verbessern und die anschliessende Rehabilitation unterstützen. Bereits einige Wochen gezieltes Training sind sinnvoll, wenn sie an Ihre Beschwerden und Belastbarkeit angepasst werden. Für eine persönliche Einschätzung können Sie Kontakt mit PhysioWelt aufnehmen oder direkt einen Termin vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange vor der Knie-TEP sollte ich mit dem Training beginnen?

Ideal sind etwa vier bis sechs Wochen vor der Operation. Wenn weniger Zeit bleibt, kann auch eine kürzere Prähabilitation noch sinnvoll sein.

Ist eine Knie-TEP eine schwere Operation?

Eine Knie-TEP ist ein häufig durchgeführter Routineeingriff, zugleich aber eine grössere Operation. Eine gute körperliche Vorbereitung kann die ersten Reha-Schritte erleichtern.

Was darf man mit einer Knie-TEP nicht mehr machen?

Nach abgeschlossener Rehabilitation sind viele Alltags- und Freizeitaktivitäten möglich. Belastungsarme Sportarten sind meist günstiger; starke Stoss- und Sprungbelastungen sollten individuell mit dem Behandlungsteam besprochen werden.

Wie lange dauert es nach einer Knie-TEP, bis man wieder fit ist?

Die vollständige Genesung dauert in der Regel etwa sechs bis zwölf Monate. Viele Patient:innen können jedoch bereits innerhalb der ersten drei Monate wieder den meisten normalen Alltagsaktivitäten nachgehen. Der genaue Zeitrahmen hängt vom individuellen Heilungsverlauf und davon ab, wie das Knie auf die Rehabilitation vor und nach der Operation anspricht.

Übernimmt die Krankenkasse die Prähabilitation?

Ärztlich verordnete Physiotherapie wird in der Schweiz in der Regel von der Grundversicherung übernommen. Ob dies für Ihre konkrete Prähabilitation gilt, sollten Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt und Ihrer Krankenkasse klären.

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