Hüft-TEP: Was erwartet mich?

Was vor und nach einer Hüft-TEP wichtig ist: Ablauf der Operation, Rehabilitation, Physiotherapie und sichere Rückkehr in den Alltag.

Patientin wartet vor einem Skelettmodell auf das ärztliche Gespräch über eine bevorstehende Hüft-TEP.

Anhaltende Hüft- oder Leistenschmerzen können selbst kurze Wege, das Anziehen oder den Schlaf erheblich beeinträchtigen. Wird ein künstliches Hüftgelenk empfohlen, entstehen oft Fragen zum Eingriff und zur Genesungsdauer. Eine Hüft-TEP ist ein etablierter orthopädischer Eingriff. Wie rasch Sie wieder sicher gehen und Ihren Alltag bewältigen, hängt unter anderem von Ihrer körperlichen Ausgangslage und der Rehabilitation ab. Dieser Überblick ersetzt das persönliche Gespräch mit Ihrem ärztlichen Behandlungsteam nicht. 

Was ist eine Hüft-TEP?

TEP steht für Totalendoprothese. Dabei werden der abgenutzte Hüftkopf und die geschädigte Hüftpfanne, das Acetabulum, ersetzt. Die künstliche Pfanne wird im Becken verankert; ein Prothesenschaft im Oberschenkelknochen trägt den neuen Hüftkopf. Dazwischen liegt die sogenannte Gleitpaarung.

Anatomische Darstellung einer Hüft-TEP mit künstlichem Hüftkopf, Hüftpfanne und Prothesenschaft.
Die medizinische Abbildung zeigt den Aufbau einer Hüft-Totalendoprothese, bei der Hüftkopf und Hüftpfanne durch ein künstliches Hüftgelenk ersetzt werden.

Bei einer Teilprothese bleibt die natürliche Hüftpfanne erhalten. Eine Hüft-TEP ersetzt beide Gelenkpartner. Je nach Knochenqualität werden die Komponenten zementfrei, zementiert oder als Hybridlösung befestigt. Der Eingriff soll Schmerzen verringern und die Beweglichkeit verbessern. Das Ergebnis lässt sich im Einzelfall nicht garantieren. 

Wann ist eine Hüft-TEP notwendig?

Am häufigsten führt eine fortgeschrittene Coxarthrose, also ein ausgeprägter Gelenkverschleiss, zur Hüftprothese. Weitere mögliche Gründe sind Hüftkopfnekrose, rheumatoide Arthritis, Schenkelhalsbruch oder Folgeschäden einer Hüftdysplasie.

Typisch sind Hüft- und Leistenschmerzen, Anlaufschmerz, Hinken und eine zunehmende Bewegungseinschränkung. Später können Ruhe- und Nachtschmerzen hinzukommen. Eine Operation wird gewöhnlich erwogen, wenn konservative Massnahmen nicht mehr ausreichend helfen. Entscheidend sind der persönliche Leidensdruck, der Untersuchungsbefund, die Bildgebung und die ärztliche Beurteilung. 

Vorbereitung auf die Operation

Vor dem Eingriff erfolgen je nach Gesundheitszustand Blutuntersuchungen, EKG und Röntgenaufnahmen. Im Aufklärungs- und Anästhesiegespräch erfahren Sie, welches Verfahren und welche Narkose vorgesehen sind. Blutverdünnende Medikamente dürfen Sie nur nach Rücksprache verändern oder pausieren.

Eine prä- und postoperative Physiotherapie kann Sie auf Gehstützen, Treppen und die ersten Übungen vorbereiten. Entfernen Sie zuhause lose Teppiche und andere Stolperfallen. Ein erhöhter Sitz, passende Hilfsmittel und Unterstützung im Haushalt können anfangs entlasten. 

Operation und Klinikaufenthalt im Überblick

Die Hüft-TEP wird unter Vollnarkose oder rückenmarksnaher Anästhesie eingesetzt, je nach Befund über einen konventionellen oder minimalinvasiven Zugang. Geschädigte Gelenkanteile werden entfernt und Pfanne, Schaft und Hüftkopf verankert. Der Eingriff dauert häufig etwa eine bis zwei Stunden.

Patient mit Gehstütze bei der Frühmobilisation und Physiotherapie nach einer Hüft-TEP.
Ein Patient übt nach der Hüft-TEP das sichere Aufstehen und Gehen mit einer Gehstütze als Teil der physiotherapeutischen Rehabilitation.

Bei unkompliziertem Verlauf bleiben Sie meist wenige Tage im Spital. Die Frühmobilisation beginnt häufig am Operationstag oder am Folgetag. Mit physiotherapeutischer Begleitung üben Sie das Aufstehen, Gehen mit Stützen und Treppensteigen. Schmerzbehandlung und Thromboseprophylaxe gehören zur Nachsorge. Danach folgt die Rehabilitation zuhause, ambulant oder in einer Rehaklinik. 

Physiotherapie und Rehabilitation

Die Rehabilitation baut Beweglichkeit, Muskelkraft und ein sicheres Gangbild schrittweise wieder auf. Sie richtet sich nach Operationsmethode, Belastungsvorgaben und Ihrem Fortschritt. Regelmässige Eigenübungen ergänzen die betreuten Einheiten.

Wie lange dauert die Reha nach einer Hüft-TEP?

Eine stationäre Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung dauert häufig ungefähr drei Wochen. Gehstützen werden meist einige Wochen benötigt. Viele Alltagsaktivitäten sind nach einigen Wochen wieder möglich; die vollständige Erholung kann mehrere Monate beanspruchen. Alter, Muskelkraft, Begleiterkrankungen und Wundheilung beeinflussen den Verlauf. 

Physiotherapie: Übungen und Belastungsaufbau

Zu Beginn stehen sicheres Aufstehen, Gangschule und die Aktivierung der Hüft-, Gesäss- und Oberschenkelmuskulatur im Vordergrund. Später folgen Kräftigung, Mobilisation, Gleichgewichtstraining und Übungen für die Rumpfstabilität. Die Belastung wird anhand von Schmerzen, Schwellung, Gangbild und ärztlichen Vorgaben gesteigert.

Im weiteren Verlauf kann die Medizinische Trainingstherapie Kraft und Belastbarkeit systematisch fördern. Die Manuelle Therapie kommt je nach Befund ergänzend infrage. Auswahl, Dosierung und Technik der Übungen sollten Sie mit Ihrer Physiotherapeut:in abstimmen. 

Bewegung und Verhaltensregeln im Alltag

Je nach Operationszugang kann das Behandlungsteam bestimmte Bewegungen vorübergehend einschränken. Häufig genannt werden eine Hüftbeugung über 90 Grad, das Überkreuzen der Beine und eine starke Einwärtsdrehung. Diese Luxationsprophylaxe gilt nicht bei jeder Operationsmethode gleich. Halten Sie sich deshalb an Ihre persönlichen Anweisungen.

Erhöhte Sitzflächen, Greifhilfen und festes Schuhwerk erleichtern den Alltag. Kurze, regelmässige Gehstrecken sind meist sinnvoller als seltene lange Belastungen. 

Mögliche Risiken und Komplikationen

Zu den Risiken zählen Infektionen, Nachblutungen, Wundheilungsstörungen und Thrombosen. Möglich sind auch Luxation, Prothesenlockerung, Verletzungen von Nerven oder Gefässen sowie ein Beinlängenunterschied. Schwere Komplikationen sind selten.

Kontaktieren Sie das Behandlungsteam bei zunehmender Rötung, Überwärmung, Wundsekret, Fieber, neuer Wadenschwellung oder plötzlich stärkeren Hüftschmerzen. Bei akuter Atemnot, Brustschmerz oder Kreislaufproblemen rufen Sie den Notruf 144. 

Aktiv bleiben mit dem künstlichen Hüftgelenk

Nach abgeschlossener Rehabilitation sind Radfahren, Schwimmen und Wandern meist gut geeignet. Sportarten mit häufigen Stössen, abrupten Richtungswechseln oder Körperkontakt sollten Sie ärztlich abklären. 

Wenn der Weg zur Praxis schwierig ist, kann die Domizilbehandlung eine direkte Unterstützung in einer vertrauten Umgebung bieten. Ein:e Physiotherapeut:in kann Ihnen geeignete Übungen zeigen und diese anpassen, sobald sich Ihre Kraft, Beweglichkeit und Ihr Selbstvertrauen verbessern.

Auch die Wahl eines angemessenen Aktivitätsniveaus ist für die langfristige Pflege Ihrer neuen Hüfte von Bedeutung. Laut Harvard Health halten moderne Hüftprothesen häufig 15 bis 25 Jahre, teils länger. Aktivitätsniveau, Körpergewicht, Knochenqualität und Ausgangsdiagnose beeinflussen die Haltbarkeit. Ärztliche Nachkontrollen bleiben daher sinnvoll. 

Fazit: Mit Physiotherapie zurück in Bewegung

Eine Hüft-TEP kann bei fortgeschrittenen Gelenkschäden Schmerzen verringern und den Alltag erleichtern. Für die funktionelle Erholung braucht es einen planvollen Belastungsaufbau, regelmässige Physiotherapie und aktive Mitarbeit. Bei PhysioWelt in Schlieren können Sie jederzeit einen Termin vereinbaren, wenn Sie sich vor oder nach der Operation physiotherapeutisch begleiten lassen möchten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Physiotherapie-Übungen sind nach einer Hüft-TEP wichtig?

Gangschule, Mobilisation, Gleichgewichtsübungen sowie die Kräftigung der Gesäss- und Oberschenkelmuskulatur stehen im Vordergrund. Die Auswahl richtet sich nach Ihrem Befund.

Wie lange bleibe ich nach einer Hüft-TEP im Krankenhaus?

Bei unkompliziertem Verlauf bleiben Sie meist wenige Tage im Spital. Die Frühmobilisation beginnt häufig am Operationstag oder am Folgetag.

Wann kann ich nach einer Hüft-TEP wieder laufen?

Erste Schritte mit Gehstützen sind meist kurz nach der Operation möglich. Bis Sie sicher und ohne Hinken gehen, können mehrere Wochen vergehen.

Wie oft und wie lange brauche ich Physiotherapie nach einer Hüft-TEP?

In den ersten Wochen sind oft mehrere Termine pro Woche sinnvoll. Häufigkeit und Dauer richten sich nach Heilungsverlauf, Belastbarkeit und Fortschritt.

Wie lange hält ein künstliches Hüftgelenk?

Viele Hüftprothesen funktionieren 15 bis 25 Jahre oder länger. Aktivität, Körpergewicht und Knochenqualität beeinflussen die Lebensdauer.

Welche Bewegungen sollte ich nach einer Hüft-TEP vermeiden?

Anfangs können tiefe Hüftbeugung, das Überkreuzen der Beine und starke Einwärtsdrehung eingeschränkt sein. Massgeblich sind die Vorgaben des Operationsteams.

Welcher Sport ist mit einer Hüftprothese möglich?

Radfahren, Schwimmen und Wandern gelten meist als gut geeignet. Sportarten mit hoher Stoss- oder Kontaktbelastung sollten Sie ärztlich abklären.

Ist eine Hüft-TEP-Operation gefährlich?

Die Hüft-TEP ist ein etablierter Eingriff. Wie bei jeder Operation bestehen Risiken, schwere Komplikationen treten jedoch selten auf.

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