Frozen Shoulder: Phasen, Ursachen und Behandlungsmethoden

Eine Frozen Shoulder macht die Schulter schmerzhaft und steif. Erfahren Sie, wie der Verlauf aussieht und welche Behandlung in welcher Phase passt.

Frau hält sich wegen Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit an der Schulter

Die Hand zum oberen Regal führen, eine Jacke anziehen oder nachts auf der betroffenen Seite liegen: Bei einer Frozen Shoulder werden gewöhnliche Bewegungen zunehmend schmerzhaft und schwierig. Typisch ist, dass die Schulter über Wochen oder Monate steifer wird. Der Verlauf kann lange dauern, die Beschwerden bilden sich jedoch bei den meisten Betroffenen wieder deutlich zurück. Wichtig ist eine Behandlung, die zur jeweiligen Krankheitsphase passt und die Schulter weder überfordert noch unnötig ruhigstellt. 

Was ist eine Frozen Shoulder?

Die Frozen Shoulder wird medizinisch als adhäsive Kapsulitis bezeichnet. Dabei entzünden und verdicken sich die Gelenkschleimhaut und die Kapsel des Schultergelenks. Später kann die Kapsel schrumpfen. Dadurch sind sowohl Bewegungen aus eigener Kraft als auch Bewegungen, die eine andere Person am entspannten Arm ausführt, eingeschränkt. Besonders auffällig ist häufig die verminderte Aussenrotation. Dieses Muster hilft, die Erkrankung von anderen Ursachen für Schulterschmerzen abzugrenzen. 

Etwa 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Die Erkrankung tritt meist im mittleren Lebensalter auf, häufig zwischen 40 und 60 Jahren. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer. In vielen Fällen ist zunächst nur eine Schulter betroffen. 

Symptome: Wie erkenne ich eine Frozen Shoulder?

Zu Beginn stehen oft starke Schmerzen im Vordergrund. Sie können in den Oberarm ausstrahlen, nachts zunehmen und den Schlaf erheblich stören. Gleichzeitig lässt sich der Arm immer schlechter heben oder nach aussen drehen. Später nimmt der Schmerz häufig ab, während die Steifigkeit bestehen bleibt. Tätigkeiten wie Haarewaschen, Ankleiden, Anschnallen oder das Greifen hinter den Rücken werden dadurch mühsam.

Mann fasst sich bei Schulterschmerzen an die linke Schulter
Älterer Mann mit Schulterschmerzen und zunehmender Bewegungseinschränkung bei Frozen Shoulder.

Eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung ist sinnvoll, wenn Schmerzen und Bewegungsverlust über mehrere Wochen zunehmen. Nach einem Sturz, bei einer plötzlich blockierten Schulter, ausgeprägter Schwäche, Taubheitsgefühlen, Fieber oder deutlicher Rötung sollte die Ursache zeitnah ärztlich beurteilt werden. 

Ursachen und Risikofaktoren der Frozen Shoulder

Bei der primären oder idiopathischen Frozen Shoulder lässt sich kein eindeutiger Auslöser feststellen. Eine sekundäre Schultersteife entsteht im Zusammenhang mit einer Verletzung, einer Operation oder einer längeren Ruhigstellung. Auch Erkrankungen wie Diabetes und Schilddrüsenstörungen erhöhen das Risiko. Bei Diabetes kann der Verlauf hartnäckiger sein. 

Von einer Frozen Shoulder sind schätzungsweise 2 bis 5 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen, besonders Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Dieser Zeitraum fällt oft mit der Perimenopause oder Menopause zusammen. Ein möglicher hormoneller Einfluss wird untersucht, ein eindeutiger ursächlicher Zusammenhang ist bisher jedoch nicht belegt. Auch Stress gilt nicht als gesicherte Ursache. Anhaltende Belastung kann allerdings Schmerzen, Schlafprobleme und muskuläre Anspannung verstärken und den Umgang mit den Beschwerden erschweren. 

Die drei Phasen der Frozen Shoulder

Der Verlauf wird häufig in drei Phasen beschrieben. Die Übergänge sind fliessend, und die Dauer unterscheidet sich von Person zu Person. Insgesamt kann die Erkrankung ein paar Monate bis zu einigen Jahre beanspruchen. 

Phase 1: Einfrierphase (Freezing)

In der Einfrierphase nimmt der Schmerz zu, oft besonders nachts. Gleichzeitig verliert die Schulter schrittweise an Beweglichkeit. Diese Phase dauert typischerweise etwa zwei bis neun Monate. Kräftiges Dehnen oder ein Training deutlich über die Schmerzgrenze kann die gereizte Schulter zusätzlich belasten. Bewegung bleibt sinnvoll, sollte aber gut dosiert werden. 

Phase 2: Steifephase (Frozen)

Der Schmerz wird meist geringer, die Schulter bleibt jedoch stark eingeschränkt. Vor allem das Heben und Auswärtsdrehen des Arms fällt schwer. Die Steifephase dauert häufig vier bis zwölf Monate. Im Alltag können Anpassungen nötig sein, etwa bei der Körperpflege, beim Anziehen oder bei Arbeiten über Schulterhöhe. 

Phase 3: Auftauphase (Thawing)

In der Auftauphase kehrt die Beweglichkeit langsam zurück. Schmerzen treten seltener auf, und der Arm lässt sich wieder besser einsetzen. Dieser Abschnitt kann etwa fünf bis 24 Monate dauern. Nun lässt sich das Training schrittweise erweitern, um Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit aufzubauen. 

Behandlung der Frozen Shoulder: Was hilft wirklich?

Die Behandlung beginnt üblicherweise konservativ. In der schmerzhaften Frühphase steht die Entlastung der gereizten Gelenkkapsel im Vordergrund. Mit abnehmendem Schmerz gewinnt die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Funktion an Bedeutung. Ein unverändertes Übungsprogramm passt deshalb selten zum gesamten Verlauf. 

Konservative Behandlung: Schmerzen lindern und Entzündung hemmen

Je nach Beschwerden können entzündungshemmende Schmerzmittel wie NSAR ärztlich empfohlen werden. Sie eignen sich nicht für jede Person und sollten bei Vorerkrankungen oder der Einnahme anderer Medikamente abgeklärt werden. Eine Kortisoninfiltration in das Schultergelenk kann vor allem in einer frühen, schmerzhaften Phase kurzfristig Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern. 

Bleibt trotz längerer konservativer Behandlung eine erhebliche Einschränkung bestehen, können eine Mobilisation unter Narkose oder eine arthroskopische Kapselspaltung geprüft werden. Solche Eingriffe sind nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen erforderlich und werden nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt. 

Physiotherapie bei Frozen Shoulder

Die Physiotherapie richtet sich nach Schmerz, Beweglichkeit und Reizbarkeit der Schulter. In der Einfrierphase kommen sanfte Mobilisationen, schmerzarme aktive Bewegungen und Strategien für den Alltag infrage. Die Manuelle Therapie kann helfen, die Gelenkbeweglichkeit kontrolliert zu fördern. In der Auftauphase wird aktiver an Bewegungsumfang, Kraft und Koordination gearbeitet.

Physiotherapeut begleitet eine Schulterübung mit Kurzhantel bei Frozen Shoulder
Physiotherapeutisch angeleitete Schulterübung zur Verbesserung von Beweglichkeit und Kraft bei Frozen Shoulder.

Passende Heimübungen unterstützen die Behandlung zwischen den Terminen. Welche Bewegungen geeignet sind und wie stark gedehnt werden darf, hängt von der Phase und der Reaktion der Schulter ab. Eine physiotherapeutische Anleitung verhindert, dass zu vorsichtig trainiert oder die Schmerzgrenze wiederholt deutlich überschritten wird.

Dauer und Prognose: Wie lange dauert eine Frozen Shoulder?

Meist dauert eine Frozen Shoulder etwa zwölf bis 36 Monate, in einzelnen Fällen auch länger. Viele Betroffene gewinnen ihre Alltagsfunktion weitgehend zurück; kleinere Einschränkungen können zurückbleiben. Wie rasch jemand wieder voll arbeiten kann, hängt von der Krankheitsphase und den beruflichen Anforderungen ab. Büroarbeit ist oft früher möglich als körperliche Arbeit mit häufigem Heben oder Tätigkeiten über Kopf. 

Fazit: Frozen Shoulder braucht Geduld und die richtige Physiotherapie

Eine Frozen Shoulder verläuft langsam, folgt aber meist einem erkennbaren Muster. Die passende Behandlung verändert sich mit den Phasen: Anfangs braucht die schmerzhafte Schulter eine zurückhaltende Belastungssteuerung, später wird das Training aktiver. Physiotherapie begleitet diesen Prozess und hilft, Bewegung und Funktion kontrolliert zurückzugewinnen. Bei anhaltenden Schmerzen oder zunehmender Steifigkeit können Sie bei PhysioWelt einen Termin vereinbaren

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Heilt eine Frozen Shoulder von selbst?

Die Beschwerden bilden sich bei vielen Betroffenen auch ohne Operation über Monate bis Jahre zurück. Eine Behandlung kann Schmerzen lindern, die Beweglichkeit fördern und den Alltag während des langen Verlaufs erleichtern. 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Frozen Shoulder und Diabetes?

Ja. Diabetes ist ein bekannter Risikofaktor. Frozen Shoulder kommt bei Menschen mit Diabetes häufiger vor und kann länger oder ausgeprägter verlaufen. 

Was ist der Unterschied zwischen Frozen Shoulder und Kalkschulter?

Bei der Frozen Shoulder entzündet und verkürzt sich die Gelenkkapsel. Bei der Kalkschulter lagern sich Kalkdepots in einer Sehne der Rotatorenmanschette ab. Untersuchung, Diagnose und Behandlung unterscheiden sich entsprechend. 

Sollte man eine Frozen Shoulder schonen oder bewegen?

Eine vollständige Ruhigstellung ist meist ungünstig. Die Schulter sollte phasengerecht im schmerzarmen bis leicht fordernden Bereich bewegt werden. Später kann die medizinische Trainingstherapie den gezielten Aufbau unterstützen. 

Kann eine Frozen Shoulder erneut oder an der anderen Schulter auftreten?

An derselben Schulter tritt sie nur selten erneut auf. Die andere Schulter kann später ebenfalls betroffen sein, besonders bei Risikofaktoren wie Diabetes.

Bereit für Ihre Genesung?

Machen Sie den ersten Schritt in Richtung eines schmerzfreien Lebens. Buchen Sie noch heute Ihren Termin bei einem unserer erfahrenen Physiotherapeut:innen.

By subscribing you agree to with our Privacy Policy.
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.
Termin buchen

Öffnungszeiten

Tag
Öffnungszeiten
Montag – Freitag
08.00 – 19.00 Uhr
Samstag – Sonntag
Geschlossen